Brucker TuS schlug sich gegen Kolbermoor trotz eines 2:6-Endstand gut
Tolle Stimmung, tolles Tischtennis und am Ende doch eine hohe 2:6-Niederlage für den Aufsteiger – so lässt sich das TuS-Fazit nach der Premiere in der 1.Bundesliga gegen die favorisierte DJK Kolbermoor ziehen. Für die Bruckerinnen war dies kein Beinbruch, diese Punkte gegen einen Titelanwärter waren sicher nicht eingeplant, sondern sollten dem Vierer-Team mit drei Neulingen Homogenität für die kommenden Aufgaben im Abstiegskampf geben.


Dass diese Homogenität noch nicht völlig da sein kann, zeigte sich verständlicherweise am ehesten in den Doppeln. Hier ist Kolbermoor momentan am ehesten anfällig, was der TuS nicht nutzen konnte. Danach aber kämpfte unser Quartett vorbildlich und erreichte auch spielerisch Erstligaformat. Die Partie zwischen TuS-Neuzugang Yu-Chiao Huang und Chi-Shiuan Chen hätte auch in Taiwan stattfinden können, wo beide im gleichen Verein beheimatet sind. Beide kennen sich gut und so ergab sich eine hochklassige Partie auf Augenhöhe, bei der die Brucker Taiwanesin das bessere Ende für sich hatte.


Schade, dass Franziska Schreiner gleichzeitig gegen die Weltklassespielerin Annett Kaufmann beim 10:12 einen Entscheidungssatz hauchdünn verpasste, sonst wäre ein 2:2-Gleichstand zur Pause möglich gewesen. Auch nach der Pause spielte der TuS gut mit: Die erfahrene Chantal Mantz spielte ihre ganze Routine und Technik aus und schlug die Luxemburgerin Enisa Sadikovic erstaunlich klar. Dass Janine Hanslick bei ihrem Debut anstelle der noch verletzten Iryna Motsyk der starken Russin Alina Zavarykina unterlag, war trotz guter Leistung absehbar.


Mit einem 2:4-Rückstand ging es in die zweite Einzel-Runde. Huang konnte gegen die überragende Annett Kaufmann immerhin einen Satz gewinnen und Franziska Schreiner unterlag in einer starken Partie der technisch starken Chen trotz Führung im Entscheidungssatz hauchdünn mit 9:11. Damit nützte es nichts mehr, dass Chantal Mantz gegen Zavarykina zu diesem Zeitpunkt führte, sonst wäre es noch sehr knapp geworden. So aber ging das junge, klug zusammengestellte und höchst international besetzte Team aus Kolbermoor ein wenig zu hoch, aber verdient als 6:2-Sieger aus der Halle und führt mit 6:0 Punkten die noch junge Tabelle an. Der TuS aber erreichte das Ziel, aus vier, davon diesmal drei bayerischen Einzelspielerinnen in kurzer Zeit ein echtes Team zu formen. In den Doppeln ist noch Luft nach oben. Das sollte sich aber bereits gebessert haben, wenn unser Team am kommenden Samstag um 14 Uhr bei der TG Bingen antritt. Das Brucker Trainer-Duo Sandra Peter und Ingo Hodum zeigten sich durchaus zufrieden mit dem, was unser neu formiertes Team bot. „Die Einstellung stimmte und auch spielerisch fanden in den Einzeln alle vier TuS-Spielerinnen zu ihrer Form. So kann es weitergehen“, meine Sandra Peter anerkennend. Kolbermoor hat fraglos ein sehr junges, technisch sehr versiertes Team, das diesmal sehr ernsthaft um den Titel mitspielen wird. Unser Team aber, für Erstliga-Verhältnisse mit drei bayerischen Spielerinnen geradezu bodenständig besetzt, hofft als Aufsteiger zurecht auf den Klassenerhalt.

