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Die Weichen zur Meisterschaft sind gestellt (19.03.22)

Unsere Bundesligistinnen schlagen Viktoria Wombach klar

Am vorletzten Spieltag stellten unsere Bundesligistinnen die Weichen zum Aufstieg in die zweite Bundesliga. Sie gewannen gegen die Viktoria Wombach aus Unterfranken mit einer Partie, die schwieriger war als der 6:1-Endstand vermuten lässt. Damit muss im letzten Saisonspiel am Sonntag, 3.April um 14 Uhr wiederum in der Jahnhalle gegen Schlusslicht DJK Landshut nur irgendwie gewonnen werden, damit der TuS als Meister der dritten in die zweite Bundesliga aufsteigt und damit zum illustren Kreis der 18 besten deutschen Teams gehört.

Dabei gab es unmittelbar vor Spielbeginn eine unangenehme Nachricht: Der punktgleiche TSV Schwabhausen II hatte nachmittags kampflos mit 6:0 gegen den recht starken Gast Rapid Chemnitz gewonnen und war damit im Spielverhältnis recht nahe an den TuS herangerückt. Der hatte also den Druck, unbedingt hoch gewinnen zu müssen gegen eine Viktoria aus Wombach, in der nach längerer Verletzungspause die routinierte und nach wie vor beachtlich starke Renata Kissner wieder mit von der Partie war. Doch schon in den wie immer starken Doppeln zeigte der TuS, dass er mit diesem Druck umzugehen verstand. Hanslick/Felbermeier blieben gegen Heeg/Jansen ohne Satzverlust und die während der gesamten Saison weiter ungeschlagenen Motsyk/Nalisnikovska gewannen mit 3:1 ebenfalls sicher.

Die beiden Ukrainerinnen waren sichtlich beeindruckt von den eingehenden Spenden zu ihren Gunsten. Sie waren am Tag vor Kriegsbeginn in der Amperstadt angekommen und wohnen seither fast ohne Gepäck bei dem Trainer-Duo Sandra Peter und Ingo Hodum in Glonn. Ein professionelles Training hat der TuS für die beiden täglich auch tagsüber im Tischtennis-Center Bad Aibling ermöglicht und dieses sorgte nicht nur für Abwechslung im tristen Alltag zweier unfreiwilliger Exilantinnen, die um ihre Familien in Kiew und Lemberg bangen, sondern auch für noch bessere Leistungen.

Diese zeigten sich gleich in den ersten Einzeln. Iryna Motsyk ließ mit ihrem unwiderstehlichen Angriff Anna Heeg beim 3:0 nicht den Hauch einer Chance. Die junge Olena Nalisnikovska tat sich gegen die routinierte und mit trockenen Schüssen aus allen Lagen schwer zu spielende Renata Kissner sehr schwer. Sie kam nach einem 0:2-Satzstand zunehmend besser ins Spiel, eine knappe Niederlage aber konnte sie nicht mehr verhindern. Mit einem 3:1 ging es also in die Pause und der Eindruck, den das kampfstarke Team aus Unterfranken hinterließ, garantierte keineswegs den notwendigen hohen Gesamtsieg.

Jetzt rückten die beiden TuS-Eigengewächse in den Mittelpunkt. Janine Hanslick, die in dieser Saison vor Selbstvertrauen strotzt, ließ auch gegen Ursula Sommer keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die technisch bessere, sehr athletische Spielerin war. Sie gewann mit 3:0. Und Steffi Felbermeier, die mit der sehr sicheren Abwehr von Anna Jansen eine recht schwierige Aufgabe hatte, lag bald mit 0:2 zurück. Doch Ingo Hodum stellte sie immer besser ein, bis sie mit mehr Geduld, mit zunehmend sicheren Topspin-Bällen und mit gewohnter Nervenstärke der Partie noch eine Wende gab. Die Entscheidung fiel mit 11:9 im fünften Satz hauchdünn. Dann traf Iryna Motsyk auf Kissner und das Spitzeneinzel wurde keines, weil Iryna mit Vor- und Rückhandschüssen so sehr dominierte, dass am klaren Ausgang zu ihren Gunsten nie Zweifel bestanden. Zweifel bestehen allenfalls, ob ihr lädierter linker Fuß noch ohne Operation bis zum letzten Spiel am 3.April mit Schmerztabletten durchhält.  Der erhoffte 6:1-Kantersieg war gleichermaßen erspielt und erkämpft und für unser Team scheinen die Weichen in Richtung zweite Bundesliga gestellt. Dieser Weg wird ein sportliches Abenteuer, denn der Sprung ist sportlich riesengroß und finanziell nicht leicht zu stemmen. Doch wer will einem jungen, ehrgeizigen und sicher noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten angekommenen Team die Chance verwehren, sich im Kreis der achtzehn besten deutschen Frauenteams zu versuchen. Und hin und wieder führen ja Abenteuer zu großartigen Erlebnissen.

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