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Ein großer Schritt in Richtung zweite Liga (26.02.22)

Unsere Bundesligistinnen nehmen die hohe Hürde in Chemnitz

Zum Greifen nahe sind unsere in dieser Saison so starken Damen der Meisterschaft in der 3.Bundesliga gekommen. Am drittletzten Spieltag gewannen sie das schwere Auswärtsspiel beim BSC Rapid Chemnitz erstaunlich klar mit 6:2. Weiterhin liegt der TuS damit nach Minuspunkten gleichauf mit Stuttgart und Schwabhausen II, hat aber das mutmaßlich leichteste Restprogramm. 

Dabei waren die Sorgen vor der Reise nach Sachsen groß: Iryna Motsyk und Olena Nalisnikovska, die beiden unverzichtbaren Spitzenspielerinnen aus der Ukraine, waren am Mittwochabend angekommen und erfuhren dann beim Frühstück am Donnerstag, dass in ihrem Land Krieg herrscht. Entsprechend groß war die psychische Belastung – beide wohnen daheim noch bei ihren Eltern und Geschwistern. Dennoch engagierten sie sich gewohnt professionell in den vorbereitenden Trainingseinheiten und noch professioneller traten sie in Chemnitz auf: Sie setzten zunächst ihre glanzvolle Serie im Doppel fort und sind als Duo während der gesamten Saison noch ungeschlagen.

Weil gleichzeitig Janine Hanslick und Steffi Felbermeier hauchdünn in der Verlängerung des Entscheidungssatzes nach Abwehr einiger Matchbälle doch verloren, blieb es spannend. Doch dann kamen die Spitzeneinzel. Dass Iryna, die beste Spielerin der Liga, gegen Marlene Scheibe gewinnen würde, war anzunehmen. Dass aber auch Olena mit dem gleichen Satzergebnis Franziska Lasch, die Nummer eins von Chemnitz, schlagen würde, war die 3:1 Pausenführung der Durchbruch zum Gesamtsieg. Danach unterlag Steffi Felbermeier nach starker Leistung sehr knapp gegen Lara Neubert, doch Janine Hanslick, die derzeit stärker denn je spielt, setzte sich in drei knappen Sätzen gegen Sophie Schädlich durch, so dass der TuS mit einer 4:2-Führung nach der 1. Runde zufrieden sein konnte.

Danach fiel rasch die Entscheidung und zwar ausgerechnet durch die beiden Ukrainerinnen, die das kompetente Trainer-Duo Sandra Peter und Ingo Hodum psychisch und taktisch bestens auf den Einsatz vorbereitet hatten. Sowohl Iryna Motsyk gegen Lasch als auch Olena Nalisnikovska gegen Scheibe gewannen mit 3:1 und ließen dabei spielerisch nichts anbrennen. Nach dem 5:5 in der Vorrunde in der Jahnhalle zeigte das TuS-Quartett, dass es sich im Laufe der Saison so weit verbessert hat, dass der Titelgewinn in Reichweite ist. Der TuS hat die erfolgreichsten Doppel der 3.Bundesliga, stellt mit Iryna Motsyk die herausragende Einzelspielerin und spielt als einziges Team seit bislang sechzehn Spieltagen stets in gleicher, ausgeglichener und starker Besetzung. Setzt sich dieser Trend in den beiden letzten Heimspielen am 19.März gegen Viktoria Wombach und am 3.April gegen die DJK Landshut mit klaren Siegen fort, kann unser Quartett dank des momentan besten Spielverhältnisses aus eigener Kraft Meister werden.

Doch da gibt es noch einen Entscheidungsfaktor und der heißt Wladimir Putin. Am Sonntag wollten Iryna und Olena wieder in die Ukraine zurück, doch das ist momentan ausgeschlossen. Wie lange sie bleiben, hängt vom weiteren Kriegsverlauf und eventuell anstehenden Verhandlungen über sichere Reisewege ab, die es derzeit nicht gibt. Iryna und Olena wollen so rasch wie möglich nach Lviv und nach Kiew heim zu ihren Familien, ihre Eltern hätten sie gerne angesichts der Gefahrenlage noch für einige Zeit in Bayern. Und die TuS-Verantwortlichen sorgen sich auch darum, dass sie möglichst zu den beiden letzten Spielen da sind. Ohne Iryna und Olena gibt es, wie die Partie in Chemnitz erneut gezeigt hat, keine Titelchance.

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